Honig, der einfach nur widerlich
und schmierig an einem haftet!

Gesetze dienen dazu, Verfahren, Entscheidungen, Beschlüsse und Urteile zu regeln.
Verfahren regeln weit mehr als nur den Erlass von Entscheidungen, Beschlüssen oder Urteilen.
Entscheidungen beruhen auf der Verarbeitung und Weitergabe von Informationen und Daten.
In diesem scheinbar einfachen Zusammenhang entzündet sich eine entscheidende Frage: Was geschieht, wenn Informationen nicht mehr nur der Wahrheitsfindung dienen, sondern selbst zum Gegenstand von Interessen werden? Sobald Informationen einen eigenständigen Wert besitzen, verändern sich die Anreize der Beteiligten. Die Verarbeitung und Weitergabe von Informationen ist dann nicht mehr ausschließlich auf die Aufklärung eines Sachverhalts gerichtet, sondern kann zugleich der Wahrung, Durchsetzung oder Erweiterung eigener Interessen dienen. Dadurch entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Informationsgewinnung und Informationskontrolle, das für viele rechtliche und organisatorische Konflikte charakteristisch ist und für den einen oder anderen Beteiligten selbst einen eigenständigen Wert entwickelt.
Der Ursprung ist etwas, das auf den ersten Blick unscheinbar und belanglos wirkt.
Getragen von der Hoffnung auf Verständnis und die Klärung eines eigenen Sachverhalts oder gar eines eigenen Verfahrens sowie von der Erwartung, Gehör zu finden und zur Aufklärung der eigenen Angelegenheit beitragen zu können.
Mit dem Eindruck, dass Offenheit und Öffentlichkeit hilfreich sein könnten.
Wie Honig, der anfangs ausschließlich nur Süße verspricht.
Eine funktionierende rechtliche Ordnung geht grundsätzlich davon aus, dass rechtmäßig beschaffte und legitime Informationen der Wahrheitsfindung dienen. Aussagen sollen Sachverhalte aufklären sowie Entscheidungen, Beschlüsse und Urteile ermöglichen und unter anderem Verfahren absichern. In Bereichen wie dem Familien-, Straf-, Verwaltungs- oder Sozialrecht bilden Informationen die Grundlage nahezu jeder rechtlichen Beurteilung.

In der praktischen Anwendung bildet sich jedoch häufig eine zweite Ebene oder Sichtweise heraus.
Informationen werden nicht nur ausschließlich hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts wahrgenommen oder betrachtet, sondern ebenso nach ihrer Wirkung und ihrem potenziellen Nutzen bewertet.
Welche Aussage ist nicht nur glaubwürdig, sondern darüber hinaus nützlich?
Welche Handlung erscheint kooperativ?
Welche Handlung lässt sich als kooperativ verstehen?
Welche Darstellung könnte dazu dienen, eigene Vorteile hervorzuheben, eigene Nachteile zu relativieren und zu reduzieren und zugleich für andere nachteilige Wirkungen oder Folgen verstärken?
Diese Fragen finden sich in keinem Gesetzestext. Dennoch begleiten sie das alltägliche Geschehen in vielfältiger Weise, nicht als Teil der Rechtsordnung selbst, sondern als Konsequenz daraus, dass Entscheidungen von Menschen getroffen und Informationen weitergegeben werden.
An diesem Punkt eröffnet sich ein Spannungsfeld, das in öffentlichen Kommentaren oder Veröffentlichungen häufig nur am Rande sichtbar wird, in der Praxis jedoch strategischen Eigeninteressen zugutekommen kann.
Sobald Beteiligte annehmen, dass bestimmte Informationen für sie günstige Wirkungen und Folgen haben könnten, verändern sich Sprache, Handeln und die Bereitschaft zur Weitergabe von Informationen, die eher als Schnittstelle zum System verstanden werden.
Dabei handelt es sich nicht zwingend um bewusst oder unbewusst ablaufende oder gesteuerte Abfolgen.
Eher um strategische Vorgehensweisen.
Bei manchen als deutlich erkennbares, variables und ausgeprägtes verhaltenskreatives Muster hervortritt.
Menschen sind sich sehr wohl bewusst, wie ihre Aussagen verstanden werden können. Sie wägen ab und ordnen ein, welche Informationen als relevant erscheinen, welche Rückschlüsse daraus gezogen werden könnten und welche Wirkung bestimmte Darstellungen für sie selbst oder andere entfalten.
Informationen erhalten damit neben ihrem eigentlichen Inhalt eine zusätzliche Tragweite und über den unmittelbaren Gehalt hinausgehende Bedeutung.
Sie werden innerhalb des Systems bzw. der Maschinerie zu einer Ressource.
Mitunter sogar zu einer eigenen Währung innerhalb des Systems und die der eine oder andere selbst in Anspruch nimmt.
In diesem Zusammenhang offenbart sich ein bemerkenswertes Phänomen. Die öffentliche Vorstellung eines „Freifahrtscheins“, an dem man gewissermaßen arbeite.
Gemeint ist hier sehr wahrscheinlich die Erwartung, dass Mitwirkung, Offenheit, Veröffentlichung oder Informationsweitergabe positive Auswirkungen auf die eigene Situation und das eigene Verfahren haben könnten, sei es im familien- oder strafrechtlichen Bereich.
Auch wenn diese Erwartung begründet und nachvollziehbar erscheint, stellt sich die Frage, ob sie tatsächlich ein verlässlicher Garant für den eigenen Sachverhalt ist.
Aus einer Mitteilung kann sich ein möglicher Einsatz oder eine taktische Bewegung entwickeln.
Aus Beobachtungen und Veröffentlichungen entsteht verwertbares Material.
Die Darstellung wird zur Grundlage von Kalkulation und Kumulation.
Man stelle sich eine Person vor, die nach eigenen Angaben in ein belastendes Verfahren eingebunden ist und sich zugleich in einem Umfeld bewegt, das von Auseinandersetzung anderer Betroffener mit Behörden, Gerichten oder Institutionen geprägt ist.
In dieser Situation entsteht möglicherweise der Eindruck, dass Informationen über andere Personen für den eigenen Sachverhalt relevant sein könnten. Dies beruht nicht auf einer ausdrücklich formulierten und nachweisbaren Aufforderung oder vereinbarten Gegenleistung, sondern vielmehr im Sinne eines „Freikaufs“, wonach Mitwirkung oder Informationsweitergabe positiv bewertet werden und den eigenen Vorteil stärken könnten.
Andere Beteiligte treten nicht mehr nur als Mitbetroffene oder öffentliche Gesprächspartner in Erscheinung, sondern werden über ihre reine Rollenfunktion hinaus betrachtet und eingeordnet.
Innerhalb der eigenen Situation werden sie zu Faktoren, zum Spielball und zu einer Währung.
Beobachtungen und beiläufig geführte „Plaudereien“ werden gesammelt, dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht.
Aussagen werden gewichtet, bewertet und strategisch zum eigenen Nutzen eingesetzt.
Kausalität wird mit möglichen zukünftigen Vorgehensweisen oder Verfahren verknüpft.
Unwahrheiten sowie häufig eine gezielt selektive Auswahl, Schwerpunktsetzung und eigene Interpretation führen im Sinne des eigenen Interesse zur Veröffentlichung von „Plaudereien am Küchentisch“.
Der Kritikpunkt liegt dabei in der individuellen Motivation selbst.
Denn Rechtsverfolgung und Rechtsordnung beruhen auf zweckdienlichen Informationen zur Ermöglichung von Entscheidungen, Beschlüssen und Urteilen und schaffen zugleich Rahmenbedingungen für deren eigenständige Wertentwicklung.
Verwaltungs- und Kontrollsysteme aller Zeiten sind darauf angewiesen, Informationen zu gewinnen, auszuwerten und in Entscheidungen einzubeziehen. Mit wachsender Bedeutung von Informationen steigt zugleich ihr potenzieller Nutzen für diejenigen, die über sie verfügen oder sie bereitstellen.
Die tatsächliche Frage lautet deshalb nicht, ob Informationen genutzt werden, sondern vielmehr, welche Anreize entstehen, wenn sie über ihren ursprünglichen Zweck hinaus als Ressource wahrgenommen und eingesetzt werden.
Die Möglichkeiten sozialer Medien haben dieser Fragestellung eine neue Dimension verliehen.
Soziale Medien haben die Produktion und Verbreitung von Informationen drastisch und tiefgreifend vereinfacht, ohne den Datenschutz tatsächlich hinreichend zu berücksichtigen. Aussagen werden nicht mehr nur im Rahmen von Verfahren getroffen, sondern öffentlich dokumentiert, archiviert, kommentiert, teils zwanghaft konsumiert, unkritisch geteilt und dauerhaft verewigt. Dies geschieht nicht selten ohne Zustimmung der betroffenen Personen, über die gesprochen wird, obwohl sich zugleich auf Art. 7 DSGVO berufen wird.
Was früher lediglich ein Küchentischgespräch war und in Vergessenheit geriet, ist heute ein dauerhaft auffindbarer Datensatz im Internet, denn „Das Internet vergisst nie“.
Damit entsteht eine neue Form der Verwertbarkeit und des Missbrauchs für sich selbst, für die Maschinerie oder innerhalb des Systems.
Digitale Medien operieren häufig mit Schlagworten, Narrativen sowie emotional aufgeladenen Deutungsrahmen und -räumen.
Begriffe wie „its scriptet“ (Quelle, YouTube, Meike Richter), „Trust the process“ oder ähnliche Formulierungen wirken auf den ersten Blick wie harmlose Beschreibungen. Tatsächlich transportieren sie häufig Interpretationsmöglichkeiten einer konstruierten Wirklichkeit oder Wahrheit.
Diese Veröffentlichungen vermitteln den Eindruck besonderer Einsicht, Zugehörigkeit und eines besonderen Verständnisses gegenüber dem Gegenüber.
Sie erzeugen gezielt Vertrauen.
Denn Vertrauen ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass Menschen Informationen über sich aus eigenem Antrieb freiwillig preisgeben oder bereitstellen.
Nicht durch erkennbaren Zwang, sondern auf Grundlage von Vertrauen.
Eher durch gezielte, manipulative Fragestellungen zur Einholung einer Einwilligung gem. Art. 7 DSGVO.
Durch gezielte Schmeicheleien, durch die Bestätigung von Aufmerksamkeit, Wichtigkeit und Gemeinschaftsgefühl sowie durch die Aussicht, Teil einer bedeutsamen Erzählung und Bewegung zu sein.
In gesellschaftlichen Umbruchzeiten gewinnt diese Dynamik zusätzlich an Bedeutung. Wo Unsicherheit herrscht, entstehen konkurrierende Erklärungen, neue Deutungsräume und alternative Informationsnetzwerke. Aufklärung ruft Gegenaufklärung hervor. Jede Seite entwickelt eigene Narrative, eigene Begriffe sowie eigene Formen der Vertrauensbildung und der Zuschreibung von Nützlichkeit.
Entscheidend sind die Mechanismen, die Menschen dazu bewegen, Informationen zum eigenen Vorteil preiszugeben, ohne deren spätere Verwendung kontrollieren zu können. Oder eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von drei Jahren, obwohl nach § 56 StGB eine Aussetzung zur Bewährung grundsätzlich nur bei Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren in Betracht kommt und vielleicht der selbst betriebene Anbau und Konsum.
Es entsteht ein Raum zwischen Information und Entscheidung, Beschlüssen oder Urteilen, der in Gesetzestexten nicht sichtbar wird. Ein Raum menschlicher Erwartungen, Anreize, Hoffnungen, Befürchtungen und des Verrats.
Dort erhalten Informationen sowie öffentlicher Klatsch und Tratsch vom Küchentisch einen zweiten, „eigenen“ Wert.
Als Verwertbarkeit und eigene Nützlichkeit, um beim Anderen den „Honig im Kopf“ gezielt für sich selbst zu platzieren, da dieser in jeder Form „haften bleibt“.
Quellen:
https://youtu.be/5FK4FUPwuGE?si=Vta65jY-tAWixC1h
https://youtu.be/q8GFOzgZfOc?si=LEz6MJO0jc210BCK
https://youtu.be/UegqmoBoo5E?si=crxJd9w5GWaWHWwY
https://youtu.be/T_qox8kFSyM?si=6aJEfze0UmV8PiK1
https://youtu.be/RJGVknv1dBo?si=pO13UOwYBSc_pWpv
https://youtu.be/SHQ25oqmpM8?si=xj-3rBzPWM1ZbigY
https://youtu.be/JPr0Csba35o?si=nNbDXsKfmsWUbzmu
https://youtu.be/6MBBebeEmgk?si=m_04mdTBRmeqb62p
https://youtu.be/iYTMFeZQL4w?si=iaFzIV_0Sz9qYauZ
https://youtu.be/r7nqD6sW10Q?si=D6-2BWUB-erwfy8o
https://youtu.be/kWjsbuMBRtg?si=Xre5rmnEII0u1PZZ
https://youtu.be/95BI95FFTvQ?si=PuVlmMgEsANzfA5G
https://youtu.be/1553zNxQF7g?si=BxyqPJAGi5mnW_zT
https://youtu.be/3EHVeK0Yjj0?si=rtBPncvKBkj9NXPA
https://youtu.be/2j00gaFkVoo?si=xJv80PCQuYSbIfwZ
https://youtu.be/1dMsePCUFNg?si=wjXR_TdeJ0ed0QXH
