Maschinerie
„Jetzt geht die Maschinerie los!“
Wie viele haben den doch sehr kurzen, aber prägnanten Satz schon gehört! Aber wer hat wirklich unmittelbar oder im Verlaufe diesen Satz wirklich verstehen können?

Systeme wirken nach außen für viele Menschen oft geordnet und das alles schon seine Richtigkeit haben wird. Zuständigkeiten scheinen klar verteilt, Entscheidungen erscheinen auf den ersten Blick nachvollziehbar und automatisiert. Erst wer selbst mit ihnen in Berührung kommt, bemerkt ziemlich schnell, wie undurchschaubar das System tatsächlich ist und wie viele Entscheidungen wie zuvor abgesprochen wirken.
Die zentrale Rubrik „Maschinerie“ beschäftigt sich nicht mit einzelnen Schicksalen bzw. Fällen oder Problemen, sondern mit dem, wie ein System tatsächlich funktioniert und dem Zusammenspiel aller Protagonisten bzw. Institutionen – mit seinen Abläufen, Rollenverteilung der jeweiligen Protagonisten, Berichten und deren Abhängigkeiten zueinander. Mit Fragen der Wechselwirkung also, wie Entscheidungen getroffen werden und auf welcher vermeintlich rechtlichen Grundlage diese entstehen. Wodurch eine Entscheidung u.a. beeinflusst wird, bevor z.B. ein Beschluss, ein Urteil, eine Mitteilung, ein Verwaltungsakt oder ein Bescheid ergeht. Zuvor stehen Anhörungen, Einschätzungen von Institutionen oder einem jeweiligen Protagonisten, Gutachten, Stellungnahmen und Berichte eines jeweiligen Protagonisten, die Informationen weiterleiten, bewerten oder zuordnen. Vieles davon bleibt für Außenstehende und Betroffene unsichtbar, obwohl genau dort die eigentliche Dynamik und eine konstruierte Wahrheit entsteht.
Worum es in dieser zentralen Rubrik geht
Die Rubrik „Maschinerie“ soll neutral das System, die Mechanik, das Dahinter den Kulissen sichtbar machen, wie u.a. gerichtliche Verfahren in Wirklichkeit ablaufen, wie Berichte, Dokumente und Gutachten entstehen: von der Antragstellung bis zur Entscheidung. Welche Aufgaben und zugewiesene Rollenverteilung die Gerichte und Ermittlungsbehörden, Institutionen, Gutachter, Ärzte, Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten und Träger oder in familienrechtlichen Verfahren die Verfahrensbeistände u.a., also alle Protagonisten vs. Fachpersonal und Experten, haben.
Ebenso geht es um das eigene Verständnis, wie und wo Prozesse ineinandergreifen, sprich „Wer arbeitet mit wem?“, „Wie arbeiten diese zusammen?“
Ziel der Rubrik
Die Rubrik „Maschinerie“ soll Transparanz und eigenes Verständnis Schritt für Schritt für das „System“ und zugleich Orientierung für Außenstehende schaffen.
Wer einem System gegenübersteht, welches über Menschen entscheidet, erlebt häufig Unsicherheit, Ohnmacht, Sprachlosigkeit und das Unverständnis von Außenstehenden. Weil viele komplexe Abläufe einfach verborgen bleiben.
Es ist ein Versuch, komplexe Strukturen verständlich zu machen, Verborgenes sichtbar werden zu lassen und eine Grundlage dafür zu schaffen, Entscheidungen überhaupt verstehen zu können.
Die Rubrik versteht sich nicht als Sammlung fertiger Antworten, vorformulierter Lösungen oder einfacher Wege durch komplizierte Verfahren und Abläufe. Denn wer verstehen will, wie ein System funktioniert und arbeitet, muss bereit sein, sich mit ihm auseinanderzusetzen – auch dann, wenn es zeitaufwendig, mühsam, widersprüchlich oder unbequem wird.
Viele Betroffene suchen verständlicherweise nach schneller und unkomplizierter oder vorlagefähiger Abhilfe. Doch das eigene Bewusstsein und Verständnis für die / das „Maschinerie / System“ und deren komplexe Abläufe kann nicht durch Abkürzungen oder das Abgeben an eine andere Person entstehen. Vielmehr in der eigenständigen Auseinandersetzung, durch Lesen, Prüfen und Hinterfragen.
